Auf dieser Website war seit geraumer Zeit mein gescheiterter Versuch eines Weblogs zu bewundern. Da gescheiterte Versuche schlecht fürs Image sind, möchte ich nun etwas Neues präsentieren. Den überaus erfolgreichen Versuch einer Sammlung von Redesprüchen.
Der geneigte Leser wird sich nun fragen, was Redesprüche sind. Nicht zu unrecht, denn dieses Wort ist nicht im Duden verzeichnet. Bislang zumindest noch nicht. Dabei ist es geradezu ideal für die Bezeichnung eines Phänomens der verbalen Kommunikation. Vielleicht starte ich ja irgendwann eine Petition zur offiziellen Bereicherung der deutschen Sprache um dieses schöne Wort. Das mächte Internet soll für Pettitionen immerhin ganz gut zu gebrauchen sein.
Doch ich schweife ab. Was verbirgt sich nun hinter diesem Wort? Die Erklärung ist ganz einfach. Es bezeichnet die ungewollte Verkettung von Redewendungen und Sprichworten, kurz Sprüchen.
Nun sind ungewollte Verkettungen meist nicht sonderlich schön - man denke nur an die allseits bekannten "Verkettungen unglücklicher Umstände". Bei Redsprüchen verhält es sich hingegen ganz anders. Sie haben als herausstechende Eigenschaft ihr (unfreiwillige) Komik. Unfreiwillig deshalb, weil sie ihren Erzeugern stets unbeabsichtigt herausgerutscht sind. Und von der Komik kann man sich selbst überzeugen...
- Da kann das Projekt aber ganz schnell gegen den Bach gehen.
- Da guckst du aber ganz schön ins Fäustchen.
- Da brauchst du das Ei aber nicht nochmal neu erfinden.
- Ich hab mal ein neues Projekt aus den Angeln gehoben.
- Da hast du dich aber fast um des Teufels Kragen gebracht.
- Das schlägt dem Fass die Krone aus.
- Der Stein, der das Fass zum überlaufen bringt.
- Du bist so blind wie die Nacht.
- Na da wird halt schnell was aus dem Boden gezaubert.
- Mir hängt der Magen auf Grundeis.
- Da kann das ganz schnell unter den Lappen kommen.
- Das geht unter keine Kuhhaut.
- Da zeig ich dir mal, wo der Hase hängt.
- Der erzählt dir das Blaue vom Pferd.
- Dem mach ich aber Licht ans Feuer.
- Man sollte ihnen den Kopf kleiner machen.
- Der hat ganz schön viel am Hut.
- Das läuft sonst ausm Ufer.
- Der hat ganz schön was aufm Kieker.
- Da haben wir ja nochmal das Unmögliche abgewendet.
- Da hab ich Rotz und Wasser geschwitzt.
- Das Angebot heute hat mich überhaupt nicht angehoben.
- Da hab ich aber den Ofen dicht gemacht.
- Ach nee, den Sack hab ich dicht gemacht.
- Damals warst du ja noch ein Grünspan.
- Der macht ja nicht einfach so die Mücke hoch.
- Da hab ich ihm ganz schön das Brot vom Schneid genommen.
- Die Pappeier!
- Hast du dir das jetzt selbst aus den Lenden geschnitten?
- Danach kräht kein Schwein mehr.
- Da hast du mir echt das Genick gerettet.
- Da wir uns voll Autarkheit aufs Brot geschrieben haben.
- Du siehst, ich gehe der Sache auf den Leim.
- Da hatten wir dich ganz schön in der Zwickmühle.
- Da hab ich doch fast meinen Kragen verspielt.
- Die Sache ist im Winde verlaufen.
- Das ist auch ein zweischneidiges Gleis.
- Sie hat kein grünes Haar an ihm gelassen.
- Man kann den Zahn der Zeit halt nicht zurückdrehen.
- Lass uns noch einen Tag drüber schlafen.
- Ich will ja nicht die Wand schwarz malen.
- Jetzt soll ich die Kartoffeln aus dem Feuer holen.
- Da setze ich lieber aufs sichere Pferd.
- Werd mich bald ausm Acker machen.
- Mit beiden Beinen auf dem Leben stehen.
- Du sollst die Messlatte nicht zu tief mauern.
- Wissen ist, wos steht.
- Dann kannst du das Ding selbst über die Bühne ziehen.
- Die sägen sich doch ihr eigenes Grab.
- Er zeigt uns jetzt mal, wo die Harke ist.
- Da muss ich wieder die Kartoffeln aus dem Feuer holen.
- Das ist wieder mit heißer Feder gestrickt.
- Ich lass mir doch nicht den Schneid aus den Segeln nehmen.
- Das ist doch bestimmt ein ganz alter Hund.
- Du wirst die Sache noch in den Sand fahren.
- Ich rieche wieder Oberluft.
- Ich hab mir hier ein paar Sätzchen aus dem Knie geleiert.
- Das muss man aus der Perspektive des goldenen Turms betrachten.
- Schlimme Zeiten, wenn Karikaturen die Wogen höher kochen lassen, als es die realen Verhältnisse tun.
- Der will jetzt seinen Hut an den Nagel werfen.
- Ihr lebt also auch nur von der einen Hand in die andere.
- Wir wollen da jetzt auch keine schlafenden Schafe wecken.
- Nichts kommt von nichts.
- Damit sind alle Messen gegessen.
- Damit liege ich genau am Zahn der Zeit.
- Damit wir damit endlich mal in den Knick kommen können.
- Da hab ich mir aber ne Nuss gelegt.
- Da freust du dir ein Loch ins Knie.
- Da werden Köpfe fallen.
- Dann brauchen wir Dich auch nicht mehr mit Glashandschuhen anfassen.
- Hinten wird das Brot fett.
Na, Gefallen gefunden? Lust beizutragen? Dann einfach eine E-Mail an mich schreiben. Aber bitte nur "echte" Redesprüche aus der freien Gesprächs-Wildbahn, keine künstlichen Züchtungen. Wer will, kann den Verursacher mit angeben. Der wird dann hier entsprechend gewürdigt.